Donnerstag, 26. Februar 2015

Abenteuer in Timor-Leste

Alle Orte die ich bis jetzt bereist habe waren ja easy peasy : in Australien bin ich mit dem Bus oder Roadtrips rumgereist, in Neuseeland mit einer organisierten Bustour, in Fiji auch mit einer Tour & in Indonesien hat mich und tobi meist ein Shuttlebus von A nach B gebracht.  Timor-Leste ist eine ganz andere Geschichte.. der Tourismus ist trotz einer wunderschönen Natur und netter Leute noch nicht angekommen.


Erst einmal gibt es das Problem dass niemand Englisch versteht, nicht einmal Taxifahrer in der Hauptstadt Dili. Der Lonely Planet mit ein paar Sprachstützen in der nationalen Sprache Tetun wird da zum besten Freund.


Lokaler Transport existiert, keiner weiß aber so genau wann und wo dieser zu finden ist. Die Locals sind grundsätzlich super freundlich und sagen zu allem ja mit einem großem Lächeln, was bei Richtungsfragen nicht sehr hilfreich ist



"Wo ist der bus stop,  rechts?"
"Yes"
"oder links?"
"Yes"
???
Wenn ich es auf Tetun versuche klappt es meistens auch nicht, da jeder kleine Ort seine eigene Sprache hat.




Irgendwie schaffen wir es dann doch zu unseren Bussen und 'Mikrolets' (Minibusse) zu gelangen. Meist ist der Bus nicht nur mit Menschen gefüllt sondern auch mit Reis, Reifen, Gemuse und  manchmal einer Ziege & extra Passagieren auf dem Dach.

















Die Landschaft ist wunderschön mit vielen grünen Bergen und klarem türkisem Wasser. Wir hatten sogar das Glück Affen zu sehen, die man erstaunlicher Weise nicht oft zu Gesicht bekommt. Überall kommen wir uns vor wie etwas ganz besonderes vor, man kann nämlich an einer Hand abzählen wie viele weiße touristen man täglich sehen kann.




Wir hatten eine ziemlich huckelige Reise zum Osten der Insel, die 4 Tage gedauert hat, die sich definitiv ausgezahlt hat. Ganz im Osten befindet sich Jaco Island mit weißem Traumstrand und einer tollen Unterwasserwelt zum Schnorcheln. Im Osten angekommen finden wir jedoch heraus, dass die letzten 8 km zu Jaco nur mit einem Allradantrieb Auto zu entdecken ist. Da wir uns offensichtlich keinen Jeep aus den Rippen schneiden können und in dem Dorf, wo unsere Unterkunft ist, kein Mensch ein Fahrzeug mit 4 Rädern besitzt (wie kommen wir wieder zurück???) entscheiden wir uns zu Jaco zu wandern. 




Am Morgen gehts 2 Stunden den schlaglöcherreichen Weg runter zum Strand, wo wir  den Fischermännern etwas Geld zahlen um uns zu Jaco zu bringen (ca. 20 minuten mit dem Boot). Auf der einsamen Insel angekommen fühlen wir uns wie im Paradies, und zu unserer Überraschung treffen wir andere weiße Touristen! Wir verbringen den Nachmittag zusammen und schnorcheln am bunten Korallenriff. Später bieten uns unsere neuen Freunde eine Mitfahrgelegenheit an für den nächsten Tag - da sagen wir auf keinen Fall Nein! 








Gegen 5 Uhr Abends machen wir uns wieder auf den anstrengenden Weg zu unserer Unterkunft, dh. 2 stunden aufwärts den Berg hoch! Die Fischermänner kommen mit uns, zeigen uns viele Abkuerzungen und bereiten uns halben Weges den besten Snack auf Erden: eine frische Kokosnuss! 



















Am nächsten Morgen checken wir aus in unserem schönen aber einfachem Pousada (altes Regierungsbüro der portugiesischen Kolonie) an der Spitze des Berges und sehen unsere Freunde vom Vortag wieder, mit denen wir uns auf eine 7 stündige Fahrt zurück zur Hauptstadt Dili machen.

Christo Rei Statue in Dili, erinnert ein wenig an Rio de Janeiro
Grausame Weihnachtsdeko vor dem Regierungsgebaeude
Dili Waterfront

Die letzten Tage der Reise inclusive Weihnachten verbringen wir auf Atauro Island, was eine Insel nur 60 Minuten entfernt von Dili ist. Wir relaxen viel oder lesen ein gutes buch, gehen Schnorcheln & erkunden den lokalen Markt. Nach den ersten anstrengenden Reisetagen im Osten haben wir uns die Erspannung definitiv verdient.

na wenn das nicht das perfekte kristallklare Wasser ist :)



Einmal die Woche kommen alle Einwohner der ganzen Insel mit Faehre, Booten und Rollern zum "Zentrum" Beloi zum Markt um getrockneten & gegrillten Fish, Kaffe oder Seaweed zu verkaufen.






















Weihnachten dieses Jahr war mal wieder ganz anders! Irgendwie australisch aber mit timorese Seafood

Sonnenaufgang am 1sten Weihnachtstag
Typisch australisch/british : die peinlichen Papierkronen und schlechte Witze!




yumyumyum


Die halb australisch/halb timorese Familier des Hotelbesizers bereiten uns ein tolles tropisches Weihnachten 


Alles in allem eine sehr interessante Erfahrung Timor-Leste zu bereisen. Es war nicht einfach und jeder Tag war ein Griff in die Überraschungstüte, aber ich habe viel gelernt und weiß unseren westlichen Lebensstandart wieder mehr zu schätzen. Ich habe viel Armut gesehen, aber auch viel Freude und Glitzern in den Augen der Kinder wenn sie ein Foto von ihnen sehen wollen. Erstaunlicherweise haben die Locals uns keine extra hohen Touristenpreise abgenommen, wie jeder andere auch haben wir 25 cent pro Mikroletfahrt im Dorf bezahlt. In Bali hingegen wissen die Locals genau wie man uns Weißen am besten Geld abnimmt.



Maedchen aus Atauro, ganz schick gemacht fuer Weihnachten

Ich würde nicht unbedingt nächstes Jahr wieder das gleiche Reiseziel wählen, aber vielleicht in 20 oder 30 Jahren, um zu sehen was sich geändert hat. Das Land hat so viel zu bieten aber die regieung scheint nur sehr langsam Fortschritte zu machen, ob in sachen wieSauberem Trinkwasser oder Bildung. Timor-Leste ist noch ein sehr junges Land und ist erst seit 15 Jahren eigenständig, nach einer langen Zeit des Bürgerkrieges. Obwohl das Land in Asien liegt und viel näher zu Australien ist als die Touristenmeile Bali, scheint der Tourismus noch nicht ganz in Timor angekommen zu sein. Es scheint auch nicht typisch asiatisch zu sein durch den Einfluss der portugiesischen Kolonien und der vielen verschiedenen Sprachen die dort gesprochen werden (Tetun, Portugiesisch, Indonesisch & viele lokale Sprachen). Es ist auch nicht so billig wie andere Länder ist Süd-Ost Asien, zB. kostet ein Hotelraum pro Nacht 40-60 $US und ein Gästehaus 15-30 $US. Trotzdem finde ich sollten andere Touristen sich auf den Weg Richtung Timor machen und den Schritt wagen ein Land zu bereisen, das noch nicht von Touristen überrant ist. 

Mal sehen was Timor-Leste aus sich macht 


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